Atemtherapie bei ME/CFS: Unterstützung für Körper und Nervensystem
Bei ME/CFS handelt es sich um eine Erkrankung, die sich auf das gesamte Körpersystem auswirkt und durch eine anhaltende Erschöpfung mit ausgeprägter Belastungsintoleranz gekennzeichnet ist. Umso wichtiger ist es für Betroffene hier, auf unterstützende Therapiemaßnahmen zurückgreifen zu können. So kann eine Atemtherapie bei ME/CFS dazu beitragen, den Körper und die Psyche zu beruhigen und zu stabilisieren. Aufgrund der zahlreichen körperlichen sowie psychischen Symptomatik bei ME/CFS bedarf es daher geeigneter, physiotherapeutischer Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, Ihr System zu entlasten. Im Zentrum jeder Atemtherapie steht hierbei die Berücksichtigung Ihrer individuellen Belastbarkeitsgrenzen (Pacing).
Wenn Sie gezielte, atemtherapeutische Übungen bei ME/CFS kennenlernen möchten, können Sie gern Kontakt mit mir aufnehmen. Im Rahmen einer mobilen Physiotherapie in Berlin begleite ich Sie gern dabei, auf Sie persönlich abgestimmte Atemtechniken zu erlernen und in Ihren Alltag zu integrieren.
Eine Post-COVID-Therapie Berlin kann Sie zudem dabei unterstützen, alltägliche Aufgaben und kleine Aktivitäten entsprechend Ihrem individuellen Energiemanagement besser zu gestalten.
Atemtherapie bei ME/CFS: Ein sanfter Ansatz zur Symptomlinderung
Um besser einordnen zu können, wie Sie eine fundierte Atemtherapie bei ME/CFS unterstützen kann, erhalten Sie zunächst einen Überblick über die Symptome des chronischen Fatique Syndroms. So können folgende Anzeichen auf ME/CFS hinweisen:
- Post-Exertional Malaise (PEM) – eine deutliche Verschlechterung der Symptomatik nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung
- ausgeprägte körperliche und geistige Erschöpfung (Fatigue)
- Kreislaufprobleme (Herzrasen), insb. beim aufrechten Stand
- erhöhte Reizempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen
- Gehirnnebel (Konzentrationsstörungen)
- Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen
- schlechter, unruhiger Schlaf
- Atembeschwerden
So kann eine Atemtherapie bei ME/CFS dazu beitragen, die genannten Symptome positiv zu beeinflussen, indem sie den Körper entlastet und das psychische sowie körperliche Wohlbefinden unterstützt.
Atemtherapie bei chronischer Erschöpfung: Mit kleinen Schritten zu mehr Wohlbefinden
Ähnlich wie bei Atemtherapie bei Asthma geht es auch bei der Atemtherapie bei ME/CFS darum, Ihre Atmung zu beruhigen. So lässt sich eine Erschöpfung behandeln, indem Sie z.B. Atemtechniken erlernen, mit denen Sie Ihre Ausatmung verlängern. Dadurch aktivieren Sie Ihr parasympathisches Nervensystem, das dazu beiträgt, Ressourcen zu schonen und den Körper ganzheitlich zu entspannen. Mit anderen Worten formuliert, bezeichnet man den Parasympathikus auch als Ruhenerv, der für Regeneration und Entspannung im Körper zuständig ist. Je häufiger man das parasympathische Nervensystem also aktiviert, desto eher können sich positive Effekte für Körper und Psyche einstellen.
Atemtherapie mit verlängerter Ausatemphase
Bewährt hat sich hier eine Atemtechnik, bei der die Ausatemphase länger ist als die Einatemphase, wodurch der parasympathische Teil des Nervensystems aktiviert wird. Damit Sie ein besseres Gefühl für eine verlängerte Ausatmung bekommen, können Sie diese am besten mit speziellen Lauten kombinieren.
In der Praxis sieht das dann so aus, dass Sie mit Ihrer nächsten Einatmung ruhig durch die Nase einatmen und mit Ihrer nächsten Ausatmung durch den Mund auf den Laut „WUUU“ wieder ausatmen.
Wiederholen Sie diesen Atemrhythmus ca. fünf bis sechs Mal. Versuchen Sie dabei, mit Ihrer nächsten Einatmung bis in den Bauch hinein zu atmen und mit Ihrer nächsten phonatorischen Ausatmung die Vibrationen, die durch den Laut entstehen, im Zwerchfell nachzuspüren.
Gern können Sie anstelle des hier vorgestellten Lautes auch einen anderen Ton wie „SSS“ oder „UUH“ nehmen. Achten Sie beim Üben dieser Atemtechnik unbedingt darauf, entspannt zu liegen oder angelehnt zu sitzen.
Atemberuhigung mit der Buteyko Methode
Bei dieser Atemmethode geht es darum, Ihre Atemfrequenz und die Atemtiefe zu minimieren. Dadurch wird die Atmung verlangsamt, was gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Achten Sie bei der Ausführung der Buteyko Methode demnach darauf:
- durch die Nase statt durch den Mund zu atmen
- mit geringer Atemtiefe zu atmen, also kleine, ruhige Atemzüge zu nehmen
- nach dem Ausatmen eine kurze, angenehme Atempause einzulegen
- Ihren Körper in eine entspannte Position zu bringen
- Ihre Atmung zu beobachten
Durch diese Atemmethode kann sich der CO2 Gehalt im Blut leicht erhöhen. Dies kann einerseits zu einer Erweiterung bestimmter Blutgefäße beitragen und andererseits die Sauerstoffabgabe des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) an das Gewebe erleichtern (Bohr-Effekt). Dadurch können physiologische Prozesse unterstützt werden, die mit einer effizienteren Sauerstoffversorgung des Gewebes in Zusammenhang stehen. Mögliche positive Effekte sind hierbei:
- eine geringere Atemfrequenz
- eine Beruhigung des Nervensystems
- eine Verringerung des subjektiven Atemnotgefühls
Auf diese Weise kann die Buteyko Atmung dazu beitragen, die Atmung zu regulieren und das körperliche sowie psychische Wohlbefinden zu unterstützen. Insbesondere bei Erschöpfung und ME/CFS kann eine ruhigere und effizientere Atmung dazu beitragen, vorhandene Ressourcen zu schonen.
Atemtherapie bei ME/CFS: Individuelle Unterstützung für mehr Lebensqualität
Erschöpfungszustände können den Alltag erheblich beeinträchtigen und die körperliche sowie psychische Belastbarkeit einschränken. Daher bieten spezielle Atemtechniken einen sanften Ansatz, um die Atmung zu regulieren, das Nervensystem zu unterstützen und die eigene Körperwahrnehmung zu stärken. Durch individuell angepasste Übungen können Betroffene lernen, bewusster mit ihren Kräften umzugehen und vorhandene Ressourcen zu schonen. Insbesondere bei chronischer Erschöpfung, Post-COVID und ME/CFS kann Atemtherapie eine wertvolle ergänzende Maßnahme sein, um mehr Ruhe, Stabilität und Lebensqualität im Alltag zu fördern.
